Speise-Täubling Russula_vesca

Speise-Täubling Russula vesca

Flora Agaricina Neerlandica

von Machiel Noordeloos, Else Vellinga, Cornelius Bas und Thomas Kuyper

 

Zum Teil hatten sie außer den gekauften Pilzen auch selber welche gesucht.“
„Ja und? Es wird doch ein paar Leute unter den vierundzwanzig geben, die exakt wissen, wo sie die Pilze herhaben.“ Frau Findeisen von der Pressestelle fiel ihm korrigierend ins Wort. „Es sind mittlerweile fünfundzwanzig, die tote Frau Köst eingerechnet. Aber seit zehn Tagen ist niemand mehr hinzugekommen, so daß wir davon ausgehen, daß es bei dieser Zahl bleiben wird.“ Das Milchgesicht fuhr weiter fort: „Es gibt in der Tat drei bis vier Leute, die ganz genau zu wissen glauben, wo sie die Pilze gekauft haben. Aber trotzdem dürfte eine Überführung des Täters für den Staatsanwalt nicht einfach sein. Solange der Verkäufer nämlich einen Zusammenhang mit den Pilzvergiftungen bestreitet, sind das nur Indizien und keine Beweise.“ „Das genügt Ihnen also nicht?“ „Nein, ganz und gar nicht. Ein findiger Anwalt wird als erstes versuchen, die Opfer zu verunsichern. Schließlich gab es an den anderen Ständen auf diesem Markt auch Pfifferlinge und so ein Rechtsverdreher braucht die nur konkret nach dem genauen Standort oder nach dem Gesicht der Verkäuferin zu fragen und schon sind sie verwirrt. Am Schluß werden die Geschädigten zu all ihrem Unglück nicht einmal mehr wissen, ob sie Männchen oder Weibchen sind. Wir haben da einschlägige Erfahrungen.“
Fortsetzung auf Seite x

Tintling 3/2002