Rotbrauner Rosasporröhrling Tylopilus_badiceps

Rotbrauner Rosasporröhrling Tylopilus badiceps

Pilze im Dritten Reich

 

Die Autoren dieser Bücher sind Eduard August Schroeder, Hans Schnegg und Ernst Hiemer.
Zu Pos. 5: Für dieses unappetitliche Machwerk braucht man nicht so viel Geld auszugeben.
Man kann es hier online lesen.

Häubling setzte es als selbstverständlich voraus, daß alle anderen sich nach ihm richteten.
Fast keiner legte sich freiwillig mit ihm an. Von seinem Personal, anfangs zwei bis drei, später meist fünf bis sechs junge Mädchen oder Frauen, hielt es keine lange bei ihm aus. Wenn mal eine mehr als drei Monate hier beschäftigt war, dann nur deshalb, weil sie besonders willfährig war oder weil sich ihr selbst in Zeiten der Vollbeschäftigung nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt boten. Aber es kam mit tödlicher Sicherheit der Zeitpunkt, an dem selbst für die Sanftmütigste unter ihnen jedes „hopp hopp hopp“, jedes „tout de suite“ und jedes antreibende Klatschen in die Hände zum markzerfetzenden Messerstich wurde.
Und wie bei den berühmten Tropfen, die das Faß zum Überlaufen bringen sollen,
so konnte es geschehen, daß beim nächsten „hopp hopp hopp“ wieder mal eine der Damen von einer Sekunde zur anderen die grüne Schürze auszog, sich der Bedienung des nächsten Kunden einfach widersetzte und ebenso wortlos wie wütend entschwand. Für Werner Häubling schon bald eine vertraute Szene. Er wußte schließlich um den reichlichen Nachschub an frischen, unverbrauchten Arbeitskräften und freute sich darüber hinaus an der Tatsache, daß er den Lohn für diesen Vormittag an die Widerspenstige nicht zu bezahlen brauchte. Diese grünen Gören würden schon noch lernen, was arbeiten eigentlich heißt.
Fortsetzung folgt
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