Pilzbücher von  Axel Meixner

 

Karljohan war schließlich ein gesunder, kraftstrotzender Bursche.

Abgesehen von seinem Defekt im Oberstübchen. Häubling fuhr also höchstpersönlich den LKW und den Verkaufshänger nach Schloßbach. Eine neue Freundin hatte der wohl, ja sicher, das wird des Rätsels Lösung sein. Wurde auch Zeit. Der aufsteigende Ärger wog in Anbetracht dieser plausiblen Möglichkeit bald schwerer als die anfängliche Sorge. Erst recht deshalb, weil offensichtlich einer oder mehrere der Container hinter ihm im LKW nicht richtig verzurrt waren. Es rumpelte und polterte auf der ganzen Fahrt. Schlamperei. Auch auf dem Markt war von Karljohan keine Spur zu sehen. Zunächst jedenfalls nicht. Allmählich kroch in Häubling die blanke Wut hoch, während er allein den Hänger an seinen Platz rangierte. Nein, nicht allein sondern schlimmer noch: er mußte die Hilfe eines Kollegen beim millimetergenauen Rangieren auf dem Marktplatz in Anspruch nehmen. Hilfe annehmen bedeutete Schwäche zeigen. Man würde sich revanchieren oder gar nett sein müssen. Zum „Danke“ sagen verpflichtet sein. Nur weil dieser bescheuerte Saukopp nicht da war. Was bildete sich dieser hirnamputierte Stoffel eigentlich ein? Als er in den vergangenen Wochen und Monaten seelisch herumsiechte, dann war das zwar ärgerlich und für ihn sowieso nicht nachvollziehbar, aber er wußte zumindest, wo er sich aufhielt und was Sache war. Außerdem konnte Karljohan trotz seiner diversen Unpäßlichkeiten den Stand aufbauen. Aber nun das hier.. Wo gibt´s denn sowas? Ob er Ulrike bei ihren Eltern anrufen sollte? Nein. Es gab kaum etwas, das ihm ferner lag. Außerdem: wenn er dort war, müßte sein Auto ja auch weg sein, oder? Also, eine solche Situation war schon sehr irritierend. Sein Sohn, sein bester Arbeiter... spurlos verschwunden.