Pilzbücher von Bryce Kendrick




„Wie wäre es mit einer Tasse Kaffe als Schadenersatz?“
„Feine Idee. “ Während Gundula die Kaffeemaschine bediente, schaute sie Gilbert wohlwollend an. Sie kannte ihn flüchtig von Markt, weil er dort gelegentlich seiner Lebensgefährtin ausgeholfen hatte. Sie hatte ihn dort aber nur ein einziges Mal gesehen. Purer Zufall. Daß sie ihn nun überhaupt wiedererkannte, war dem Umstand zu verdanken, daß sie im privaten Bereich häufiger miteinander zu tun hatten: Gilbert, eigentlich Franzose, aber in Deutschland ebenso zu Hause, hatte geholfen den ganzen Papierkrieg zu bewältigen, der mit dem Hausbau in Frankreich verbunden war. Ohne den deutsch-französischen Finanz- und Immobilienexperten hätte ihr immer noch Angetrauter das niemals hingekriegt. Gilbert war ein Schatz und ein Könner.
Als er jetzt hier auftauchte, fielen Gundula innerhalb einer einzigen Schrecksekunde alle praktischen und theoretischen Möglichkeiten ein, die mit seiner unvermuteten Entdeckung verbunden sein können. Nicht daß sie gedacht hätte, jahrelang in Luxemburg leben zu können ohne irgendwann einmal von jemandem wiedererkannt zu werden. Das nicht. Aber Gilbert war ein kluger Junge, der würde ganz schnell erkennen, was hinter den Kulissen gespielt wurde.
„Hör mal, meinst du, du könntest die Ladeninhaberin Gundula Muller noch eine Weile als dein Geheimnis hüten?“ „Aber klar doch, Ehrensache.“ „Bist ein Goldstück.“ „Was denn sonst.“
Und dann erzählte sie von sich, von der Ehe mit Werner, von Karljohan`s Freitod, ihrem Ausbruch aus der tristen Welt einer jahrzehntelang mißhandelten Putzfrau.
Von den gefälschten Bildern und den Diamanten erzählte sie nichts.
Wird fortgesetzt
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