Pilzbücher von Erich Heinz Benedix

 
 
„Da hängen Bilder an den Wänden, von denen hat jedes ein paar hunderttausend Mark gekostet.
Sogar ein echter Rembrandt.“ Gundula haßte Rembrandt. Sie haßte auch die anderen alten Schinken. Zu seinem großen Bedauern hatte der vor Geld strotzende und mit Geld protzende Händler noch keinen Zugang zu den Kreisen gefunden, die seiner und seines Reichtums würdig gewesen wären. Die Gäste rekrutierten sich großenteils aus seinem Kollegenkreis, wobei er sorgsam darauf achtete, daß sie durch wenigstens einen bescheidenen materiellen Wohlstand erkennen ließen, daß sie sich von der Masse der mittellosen Marktprolos deutlich abhoben. Die berühmte Ausnahme war der besagte Martin Kornbacher, der nur noch aus alter Gewohnheit eingeladen war und sich mit Rotwein vollaufen ließ. Er würde demnächst nicht mehr dabei sein, weil er nicht mehr salonfähig war. Die meisten dieser Eingeladenen hatten eine weite Anreise, weil es in Häubling´s Nähe nur wenige Leute gab, die freiwillig zu ihm gegangen wären oder der andererseits seinen kritischen Anforderungen entsprochen hätten. Würden die intensiven Bemühungen des neureichen Stiesels um Zugang zu den erlauchteren Kreisen endlich fruchten, denn hätte Gundula Anlaß, sich ein wenig Sorgen zu machen. Dann würde sie sich beeilen müssen mit ihrem Hobby. Hobby und Eile, das waren aber zwei Begriffe, die gar nicht zusammenpassen wollten. Nein, ihr wäre es lieber, wenn sie sich Zeit und Muße nehmen könnte. Ein knappes halbes Jahr brauchte sie noch... Ihre große Stunde würde kommen.
Der Pilzkrimi wird an anderer Stelle fortgesetzt

zurück zum Index der Autoren