Pilzbücher von Hans Kothe

 


„Setzen wir uns“ waren seine einzigen Worte.
Herberger konnte gut nachvollziehen, was in seinem Kopf vorgehen mochte. Er spürte förmlich, wie die Knie des solchermaßen Beschuldigten zitterten. Morgner war weder dumm noch geistig träge, im Gegenteil.
Er würde sich innerhalb weniger Sekunden in allen Facetten ausmalen können, was für ihn auf dem Spiel stand. Seine Karriere, seine Existenz, sein Ruf als Gastronom. Alles, was er sich in Jahren knochenharter Arbeit aufgebaut hatte. Alles futsch. Es würde nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben, wenn sich ein solcher Verdacht bewahrheiten würde. Er wußte auch sofort, daß da kein schlechter Scherz auf seine Kosten gemacht werden sollte. Dazu kannte der den Herberger gut genug. Seine Lippen und seine Kehle waren staubtrocken, als er fragte: „Wann soll das gewesen sein?“
„Heute vor einer Woche. Am Dienstag abend.“
Das nächste Kapitelchen liegt anderswo in diesem Ordner

Außerpilzliche Literatur von Hans Kothe:

 

Tintling 1998