Pilzbücher von Mannfried Pahlow




„Und dann hat man sie ihr wieder rausgeholt?“

„Ja. Die Kranke widersprach allerdings zunächst einer erneuten Operation zur Entfernung des Fremdorgans. Das hat sicher nicht zuletzt den Grund, daß die Ärzte ihr immer noch ein bißchen Hoffnung gemacht haben. Jedenfalls kam es subjektiv bei ihr so an. Es war ihr zudem nicht möglich die Aussicht auf eine erneute, möglicherweise lebenslange Dialyse zu ertragen.
„Ist auch knochenhart, mußt du wohl zugeben.“ „Und ob. Als es eigentlich schon zu spät war, entschied sie sich endlich zur Operation. Sie wachte zwar noch einmal aus der Narkose auf, erholte sich dann aber nicht mehr von den Folgen der Blutvergiftung. Nach vier Tagen im Koma ist sie gestorben.“
„Tja, so gnadenlos kann das Schicksal zuschlagen.“
 „In einem ähnlich gelagerten Fall hat sich ein fünfundvierzig Jahre alter Mann die funktionsunwillige Niere wieder rausnehmen lassen und hat gute Aussichten auf ein neues Spenderorgan. Im Moment ist er voll an der Dialyse.“ „Drücken wir ihm die Daumen.“
„Das ist aber nicht alles“ resümierte Günter Rambetzky weiter, ein Blatt nach dem anderen in dem umfangreichen Ordner umblätternd. „Von den insgesamt dreiundzwanzig Überlebenden haben mittlerweile vier eine neue Niere erhalten. Sie sind mehr oder weniger wohlauf, haben aber meist ziemlich hart mit den Nebenwirkungen der Medikamente gegen die Abstoßungsreaktion zu kämpfen.
Hast du gewusst, dass Ciclosporin zu Verhinderung der Abstoßungsreaktion selbst ein Pilzgift ist?
Sogar eines, das ausgerechnet die Nieren angreift?“ „Nein. Das wußte ich nicht.“
Der Pilzvergiftungskrimi geht an anderer  Stelle mit dem nächsten Häppchen weiter. Hinweis für Ungeduldige

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