Pilzbücher von Markus Scholler



„Ja da hat das System offensichtlich Lücken“ gab Herberger widerwillig zu.“
„Das System ist ausgeufert, weil sich hierzulande niemand um die Kosten kümmern muß.
Weil die Mediziner und alle, die mit ihnen untrennbar verbandelt sind, mit der größten Selbstverständlichkeit alles machen, was sie irgendwie machen können. Die Ethik kommt an zweiter Stelle und der Aufwand spielt offenbar überhaupt keine Rolle. Keiner kann sich dem System entziehen. Keine Selbstbestimmung mehr.“ „Ich möchte dich mal schreien hören, wenn du ein neues Herz brauchst. Wenn du dich nämlich immer so in Rage redest, bist du vom Herzinfarkt nicht mehr weit weg.“
„Lassen wir das. Wie soll man einem beschränkten Wissenschaftsgläubigen verdeutlichen, wo die Gefahren einer unbegrenzt expandierenden Kassenmedizin liegen?“ „Du wirst immer impertinenter.“ Herberger konnte aber nicht verhehlen, daß ihn die Ausführungen seines jungen Kollegen nachdenklich gemacht hatten. Er würde sich demnächst mal in die Problematik vertiefen. Es könnte ja was dran sein. Aber zuerst hatte er sich mit den naheliegenden Dingen zu beschäftigen.
„Können wir, bevor wir das marode Gesundheitssystem zu Fall bringen, noch mal zu unserem Fall zurück? Da sind, wenn ich dich richtig verstanden habe, vier Leute trotz allem ganz froh mit ihrer neuen Niere.“
„Froh ist relativ. Nichts in ihrem Leben wird wieder so sein, wie es zuvor war.“

Aus dem Roman Tödliche Pilze. Wird an anderer Stelle innerhalb dieses Pilzbuch-Ordners fortgesetzt.

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