Pilzbücher von Patrick Joly



„Über den Junior könnten wir ihn packen.“
Rambetzky registrierte auch die neue Power in Herberger´s Stimme. Er fragte nach: „Was meinst du damit?“
„Der Junge ist nervös. Der weiß etwas und wir müssen ihn unbedingt zum Reden bringen.“
„Was haben denn die Dauerkontrollen auf den Märkten ergeben?“
„Außer daß die Arbeit hier liegengeblieben ist, nicht viel. Die jungen Verkäuferinnen am Stand wußten offenbar von gar nichts und der Chef erklärte stereotyp, daß es an seinem Stand nichts, aber auch gar nichts gibt, was nicht in Ordnung ist. Wir haben die Sonderkontrollen wegen der fehlenden Erfolgsaussichten Anfang Dezember eingestellt.“
„Technisch sind die Informationen und Aussagen des Personals ja gespeichert.“
„Ja natürlich. Sind aber alle clean.“
„Ich habe es befürchtet.“
„Und ich hatte mir mehr von der Aktion erhofft“ bedauerte Herberger. „Was ist jetzt mit dem Junior?“ hakte Rambetzky nach. „Ja, das ist so ein besonderer Fall. Gesagt hat er nichts, hat sich unverbindlich gegeben. Aber du hättest den sehen müssen. Ich selbst war mehrmals mit im Außendienst auf den Märkten. Der ist ein Nervenbündel. Der weiß gar nicht, wohin er sollte mit seinen Händen und mit seinen Augen.“
„Aber konkret gibt´s nichts?“
„Nein, nichts. Aber ich sage dir, der kennt die Ursache der Katastrophe, hat sie vielleicht sogar ausgelöst. Ab Ende November war der übrigens nicht mehr mit auf dem Markt. Der Firmeninhaber hat die Frage nach dem Grund nur mit einem Schulterzucken beantwortet und etwas von einer Grippe geschwätzt.“
„Und du bezweifelst das?“
„Aber klar. Selbst wenn so ein wetterfester Bursche wirklich mal vom Virus befallen ist, ist das für den noch lange kein Grund zu Hause zu bleiben. Nein, da liegen andere Gründe vor.“
„Ist ja gut und schön, aber mit der Meinung allein kannst du keinen Krieg gewinnen.“ „Wir müssen unsere Strategie entsprechend modifizieren.“
Aus dem Roman Tödliche Pilze. Wird an anderer Stelle innerhalb dieses Pilzbuch-Ordners fortgesetzt. 

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