Speisemorchel Morchella esculenta

Spieisemorchel Morchella_esculenta

Bücher über Morcheln.

 

Die Autoren dieser Büchlein sind Michael Kuo, Paul Bocuse, Syllabaire Edition und Heinz Gerber.

Echte oder unechte Pilzvergiftung? Verursacht durch Morcheln.
Ausgelöst durch Genuss einer Mahlzeit der Spitzmorchel Morchella conica  (7 Exemplare) und Speisemorchel Morchella esculenta (ca. 20 Exemplare). Gesammelt am 28.4.2000 und am Abend nach Abkochen und danach Schmoren gegen 20 Uhr verspeist. Eine Person mit einer Flasche Bier, zweite Person ohne Alkohol. Giftwirkung gegen 7 Uhr am 29.4.00 zu spüren und dann recht heftig: Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Zittern und berauschende Wirkung. Ich habe den ganzen Tag Sterne gesehen. Die Wirkung hat nach ca. 6 Std. langsam nachgelassen. Wir verbrachten einen Tag im Krankenhaus. Ergebnisse bei beiden: Zu niedriger Blutdruck, gleichmäßiger Puls, kein Fieber. Eine Blutprobe ergab unauffällige Leberwerte.
Eine Verwechslung der beiden Pilzarten kann ausgeschlossen werden.
Sie wurden von mir bestimmt und von Herrn H.H. Kunde, Pilzsachverständiger in Ribnitz-Damgarten, bestätigt. Die gut entwickelten Morcheln wuchsen auf Kiefernrindenmulch. Da die beiden Arten zu den ausgezeichneten Speisepilzen zählen, würden uns ähnliche Vergiftungen interessieren.
Wir tippen auf eine unechte Pilzvergiftung, vielleicht wurde der Rindenmulch auch gedüngt oder gegen Unkrautbewuchs gespritzt.
Von den Pilzen sind getrocknete und eingefrorene Exemplare vorhanden. Vielleicht hat jemand Interesse daran sie zu untersuchen.

red.: Mir ist ein vergleichbarer Fall vor etwa zwei Jahren in Form eines Telefonates bekannt geworden. Die Ursache für eine ganz ähnlich gelagerte Intoxikation waren ebenfalls Morcheln auf Rindenmulch. Alkohol schien wie im vorliegenden Fall keine Rolle gespielt zu haben. Leider weiß ich nicht mehr, wer damals angerufen hat. Ich habe dem Vorfall (aus heutiger Sicht ärgerlicherweise) keine besondere Bedeutung beigemessen und ihn als „individuelle Unverträglichkeit“ nicht weiter beachtet. Allerdings hege ich nach der erneuten Intoxikation einen bestimmten Verdacht über die evtl. beteiligte Substanz.

Diese Erahrung stand 2003 in Tintling 21: 5-6

Getrocknete Spitzmorcheln . die Gattung Morchella .