Kiefern-Spei-Täubling Russula_emetica

Kiefern-Spei-Täubling Russula emetica

Phylogenetische Pilzforschung - Fungal Genetics

 

Verfasser der Bücher dieser Seite sind Richard P. Oliver, Joseph Heitman, Youssuf Gherbawy, David Moore, Cees J. Bos, Rolf A. Prade, Dilip K. Arora und Jay C. Dunlap

Nach der Mittagspause versammelte sich die ganze Truppe erneut in Herberger´s Büro.
„So, mal sehen, was wir haben“ meldete sich der Leiter als erster zu Wort. Auf dem Schreibtisch lagen zahlreiche Faxnachrichten. Die umliegenden Krankenhäuser meldeten auf die gezielte Anfrage bisher insgesamt vierzehn Fälle von Niereninsuffizienz unterschiedlichen Schweregrades. Alle Patienten waren in den letzten vier Tagen in die Krankenhäuser gekommen, zwei sogar erst am heutigen Vormittag. Insgesamt drei von ihnen waren Kinder. Herberger packte die kalte Wut bei dem Gedanken, daß diese für den Rest des Lebens würden behindert bleiben. Entsprechend eindringlich fielen seine Instruktionen aus: „Ich verlange von Ihnen, daß Sie alles Menschenmögliche tun, damit der Fall geklärt und der oder die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden. Denken Sie stets daran, daß auch Sie selbst betroffen sein könnten. Als Mutter oder als Vater, der Sie Ihrem Kind, ohne es zu wissen und im guten Glauben an die Unbedenklichkeit gekaufter Ware, den Tod oder lebenslanges Siechtum bescheren. So jedenfalls ergeht es diesen Eltern jetzt. Halten Sie sich das vor Augen bei allem, was Sie tun. Seit dem Wegfall der Pilzkontrollen bewegen wir uns schon die ganze Zeit auf ziemlich dünnem Eis. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Unfall passiert.“
„Welche Pilzkontrollen?“ erkundigte sich Gabriele Seinsoth. „Das war einmal eine Maßnahme zum Schutz der Verbraucher. Dazu kommen wir später. Eins nach dem anderen, das Dringliche zuerst.
Das, was hier in der vergangenen Woche passiert ist und noch passieren wird, ist nicht irgendein Unfall, es ist der GAU. Bitte vergessen Sie das keine Sekunde.“ Herberger sah sich die eingegangenen Nachrichten der Krankenhäuser näher an. Bei über der Hälfte der Patienten wurde die Pilzvergiftung als Ursache erst nach den konkreten Hinweisen durch die Lebensmittelkontrollbehörde erkennbar.

Ein bißchen Geduld, gleich gehts weiter
Tintling 2/2004