Pilzbücher von Francesco Bellú

 
 

Wir sind mitten in einer Pilzsaison, wie es sie lange nicht mehr gab. Selbst rund um die Tennisplätze herum stehen bei jeder Birke Unmengen von Pilzen. Schade, daß es schon dunkel ist, du hättest deine Freude daran. Du wirst kaum jemanden finden, der in den letzten zwei Wochen keine Pilze gegessen hat. Oder willst du die möglichen Kranken auf die eingrenzen, die auf dem Markt Pilze gekauft haben?“ „Ja, warum nicht?“ „ Träumer. Du hättest schneller eine Verleumdungsklage am Bein, als dir lieb ist. Du würdest eine Panik erzeugen und sonst nichts. Bisher haben wir nur den Fall einer Familie und wenn sich das bestätigt, was die sagen, wird sich die Polizei damit beschäftigen. Das ist nicht unser Part. Unsere Aufgabe ist es ausschließlich, jemandem, der zu uns kommt, wieder auf die Beine zu helfen. Oder hat dein Patient eben am Telefon gesagt, daß er auch Pilze auf dem Markt gekauft und gegessen hat? In diesem Fall wirst du ja hoffentlich schon die Polizei verständigt haben, oder?“ Sascha gab resigniert auf und fügte sich für die nächsten zwei Stunden in den Vereinsabend ein. Vergnügen hatte er aber nicht daran. Das Leben hatte ihm erstmals gezeigt, wie weit seine ärztliche Kunst maximal reicht und daß sie oft schon endet, bevor sie überhaupt zum Einsatz kommen konnte.
Fortsetzung andernorts

 . zurück zum Tintling .