Bücher von  Heike Heklau



"Ich kann mich wirklich nicht an die Dame erinnern.

Wenn sie bei mir Pilze gekauft hat, dann bestimmt keine giftigen.“ Stimmt es, daß Sie ab und zu im Herbst bei halbgewerblichen Pilzsammlern einkaufen?“
„Nein.“ „Ihre Kollegen ließen uns aber kein so entschiedenes Nein hören. Manche, unter anderem eine ihrer gewerblichen Kundinnen, sogar ein klares Ja.“ „Davon weiß ich nichts. Ich habe damit nichts zu tun.“
„Aber Ihr Vater.“ „Das glaube ich nicht. Außerdem ist er erwachsen wie ich.“
„Sie wurden an der Straße zum Stephanshof mit einem der geheimgewerblichen Pilzsammler beobachtet.“ „Und welche Schlüsse ziehen Sie daraus?“
„Daß Sie mit ihm handelseinig geworden sind.“
„Hat das auch jemand beobachtet?“ „Herr Zeuge, Sie gaben an, daß Sie regelmäßig in Paris Ware einkaufen, was anhand der vorliegenden Rechnungen auch nachvollziehbar ist. Wir haben nun im Rahmen einer Überprüfung des Fahrtenschreibers und der Stops an den Autobahnzahlstellen festgestellt, daß Sie bei einigen Fahrten einen Umweg von jeweils insgesamt etwa sechzig Kilometern gemacht haben, bevor Sie wieder auf die Autobahn aufgefahren sind. Wo waren Sie da?“ „Weiß ich nicht mehr.“
„Da klingt aber merkwürdig: Sie fahren fast mitten in der Nacht in die südliche Richtung anstatt geradeaus und wissen nicht warum?“ „Vielleicht war ich einfach einen Kaffee trinken.“
„Muß ein guter Kaffee sein, wenn Sie dafür einen solchen Umweg in Kauf nehmen. Haben Sie Belege?“
„Was wollen Sie denn hören, daß ich eine heimliche Geliebte dort habe oder was?“ Wir wollen die Wahrheit hören, sonst nichts. Wir wollen, daß den anwesenden Leuten, soweit sie in der Lage sind, hier überhaupt anwesend sein zu können, zu ihrem Recht verhelfen. Das verstehen Sie doch wohl, oder?“
„Das verstehe ich, aber was hat es mit mir zu tun.“
Die Fortsetzung steht auf einem anderen Blatt
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