Pilzbücher von Heinz-Wilhelm Bertram



„Er hat es Dir verboten?? Habe ich da richtig gehört?


Wie kann man denn einem erwachsenen Menschen etwas verbieten?“ Ulrike´s sonst so sanfte Stimme hatte einen leicht schrillen Unterton angenommen. „Was kommt denn da heraus, außer daß mein bekloppter Schwiegervater eine Geldstrafe riskiert? Es war ein Unfall, nicht mehr.“
„Habe ich ihm auch gesagt, Anfang voriger Woche schon, als die Bullen am Stand waren.
Aber er ist anderer Meinung. Er ist überzeugt davon, daß dann keiner mehr etwas bei ihm kaufen würde. Außerdem wird es eine kleine Geldstrafe wohl nicht tun, denn ich hätte mich ja, meint er, zum jetzigen Zeitpunkt längst der Behinderung der Ermittlungen schuldig gemacht.“
„Okay, denken wir mal logisch und der Reihe nach. Daß bei dem keiner mehr etwas kaufen würde, das glaube ich nicht. Vielleicht würden sie eine Zeitlang keine Pilze mehr bei ihm kaufen. Aber wegbleiben würden sie nicht. Im Gegenteil: sie würden schneller denn je wiederkommen, allein schon wegen der Neugier. So sind die Menschen, sensationslüstern und neugierig. Ganz abgesehen davon ist die Pilzsaison ja ohnehin bald zu Ende. Das ist also kein Argument für mich, Außerdem, nehmen wir mal - rein theoretisch - den Fall an, daß er wirklich nichts mehr verkaufen würde. Menschenkind, dein Alter hat doch soviel Kohle gebunkert, daß der schon ab der nächsten Minute überhaupt nichts mehr zu arbeiten bräuchte.“

Fortsetzung folgt
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