Pilzbücher von J. R. Irving



Es war Montag, der 4. Oktober.
Soeben hatte ihm Josepha Maydell eröffnet, daß sie nächste Woche ein anderes Ladenlokal übernehmen würde und mit einem anderen Lieferanten bereits einen Vertrag geschlossen hatte.
„Mit dem Sortiment, das du mir in der letzten Zeit geliefert hast, kann ich keinen Blumentopf gewinnen.“
Häubling`s Gegenwehr war ziemlich schwach. Was hätte er auch erwidern sollen.
„Tut mir leid“, meinte Josepha, „das Leben ist hart, und ich muß ja auch sehen, wo ich bleibe.“
Sie war die letzte aus dem Reigen seiner gewerblichen Kunden, die abgesprungen war. Häubling war fertig.
 Seine Lebensgeister waren es aber nicht.
Morgen würde er nach Sulzbach fahren. Ganz klein würde er ganz von vorne anfangen.
Ohne Gewerbeschein, ohne Finanzamt. Er würde vor Gericht die eidesstattliche Versicherung abgeben und seine Vermögenslosigkeit erklären. Wie es ja auch der Wahrheit entsprach. Schon jetzt fraßen ihn die laufenden Kosten auf. Allein die Heizung für sein überdimensionales Privathaus verschlang Monat für Monat einen Tausender. Die Diebstahlversicherung einen weiteren. Und so weiter. Weg damit. Fort mit allem Ballast.
Nur noch kleine Schwarzgeschäfte. Für ihn allein würde es schon reichen.
„Die können mich alle mal“ sagte er leise und miesepetrig zu sich selbst.
Häubling konnte zu dieser Stunde beim besten Willen nicht ahnen,
welch hoher Besuch ihn morgen auf dem Markt erwarten würde.

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