Pilzbücher von Jacques Boidin



„Du kannst ihn nicht besuchen, es kann im Moment niemand zu ihm. Selbst ich darf ihn nur durch eine Glasscheibe betrachten und nur über das Telefon mit ihm reden. Wegen der Bakterien.“ Es blieb ihm nichts weiter übrig, als den üblichen Rückweg nach Hause anzutreten. Er fuhr in die riesige rot aufgehende Sonne eines herrlichen Frühsommertages hinein. In weniger als einer halben Stunde würde ihn das gleißende Licht blenden und ihn zur Drosselung der Fahrtgeschwindigkeit zwingen. Er versuchte vergeblich, seine Gedanken auf die Fahrt und auf die anstehenden Arbeiten des Tages zu konzentrieren.
Immer wieder wurde er von quälenden Gedanken an die möglichen Konsequenzen seiner Giftpilzlieferung geplagt. Für niemanden, der nicht irgendwann einmal an wirklichen Depressionen gelitten hatte, waren die Qualen nachvollziehbar, die Karljohan litt. Es war fürchterlich. Karljohan malte sich ein facettenreiches Horrorszenario in den düstersten Farben aus. Daß er ungeschoren davonkommen könnte, war für ihn absolut nicht vorstellbar. Im Grunde wollte er das ja auch gar nicht, wenn er ehrlich war.
Er fühlte sich als Täter.
Als einer, der nicht mehr und nicht weniger zu tragen hat als die Gesamtlast der Schuld am Elend seiner fünfundzwanzig Opfer. Doch plötzlich, ganz plötzlich fiel ihm die Lösung seiner Probleme ein. 
Aus dem Roman Tödliche Pilze. Wird an anderer Stelle innerhalb dieses Pilzbuch-Ordners fortgesetzt. 

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