Pilzbücher von Judy Hall Jacobson



Und so beherrschte sich der drakonische Senior gelegentlich,
wo er sonst an die Decke gegangen wäre. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß auch der Junge das komfortable Polster an materiellen Dingen zu schätzen gelernt hatte. Im gleichen Maß, wie diese Wertschätzung wuchs, ebbte sein Drang auszubrechen sichtlich ab. Würde er sich abseilen, müßte er ganz von vorne, bei Null anfangen. Wie seinerzeit der Vater. Ein gewisses Maß an Anpassung schien ihm eindeutig das kleinere Übel zu sein.

Zwei Blöcke weiter hatte man zu diesem Zeitpunkt bereits die Laborwerte des Patienten Heribert Aschenbach vorliegen und diagnostizierte ein rasch fortschreitendes Nierenversagen. Die Blutreinigung in Form einer Hämodialyse war bereits eingeleitet und die endgültigen Ergebnisse der verschiedenen Blutuntersuchungen würden spätestens am Montagnachmittag eintreffen. Trotz unzähliger Fragen der Stationsärztin fiel dem schwerkranken Patienten beim besten Willen nicht ein, daß er Pilze zu sich genommen hatte.
Das Filetsteak mit Pfifferlingen, das er am Dienstagabend im Wellinger Hof genossen hatte, war ihm völlig entfallen, jedenfalls im Zusammenhang mit irgendwelchen Giftpilzen. Das lag außerdem ja auch schon vier Tage zurück. Selbst wenn es Heribert Aschenbach eingefallen wäre: Die Erinnerung an die denkwürdige Mahlzeit hätte am Verlauf der Vergiftung und an der Therapie ohnehin nichts geändert.
Das tödliche Gift der „Baby-Pfifferlinge“ war längst im Blutkreislauf und hatte seine beiden Nieren bereits unwiederbringlich zerstört.
Bald gehts weiter. Hinweis für Eilige.

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