Pilzbücher von  R.A. Maas Geesteranus

 

Kapitel 14 - 3. November 1998
Oben, bei Ulrike Häubling, erging es ihnen nicht besser. Die junge Frau hatte, wie sie den beiden Männern erklärte, keinerlei Einblicke in die Geschäfte ihres Schwiegervaters. Hier werde über Geschäftliches überhaupt nicht gesprochen, weil sie die wenige Freizeit, die ihr Mann überhaupt genießen durfte, nicht durch Gespräche über seine Arbeit noch zusätzlich beeinträchtigen wolle. Sie wunderte sich, wie glatt ihr die Lüge von den Lippen gegangen war. Nachdem die beiden Beamten wieder gegangen waren, ließ sie sich zitternd und aufgeregt in den Sessel fallen. Spätestens jetzt hing sie mit drin. Nein, nicht mit ihr.
Ende November läuft das Ultimatum aus. Und sie meinte es verdammt ernst damit.
Erst recht, wenn sie an den Aufstand von gestern mittag dachte. Ihr Schwiegervater war nach dem Markt ohne ein Wort und ohne auch nur anzuklopfen an ihr vorbei ins Schlafzimmer gepoltert und hatte seinen Sohn förmlich aus dem Bett gezerrt. Wie ein kleiner Sünder stand er ihm Auge in Auge gegenüber.
„Willst du uns alle ruinieren oder was?“ zeterte der Ältere. „Meinst du, daß das hier ein Sozialamt oder das Hotel Zur Fröhlichen Wohlfahrt ist?“ „Mir ist nicht gut, laß mich in Ruhe.“
„Laß mich in Ruhe“ äffte der Alte nach „ja bist du denn von allen Geistern verlassen?
Du willst in Ruhe gelassen werden und ich kann mich abschuften. Hast du dir in deinem einfältigen Hirn schon mal ausgerechnet, was du kostest, wenn du als beleidigte Leberwurst im Bett liegst, anstatt vereinbarungsgemäß deinen Dienst zu verrichten? Jeder Arbeitgeber hätte dir jetzt die Kündigung geschickt und was meint mein Herr Sohn? Ihm ist nicht gut.“ Werner Häubling verzog dabei das Gesicht zu einer verächtlichen Grimasse.

Wird an einer anderen Stelle fortgesetzt. Hinweis für Eilige .