Pilzbücher von Walter Gams

 


Das Einpassen der Spenderniere erforderte den größten Anteil der Zeit.
Mit mikroskopisch feinen Nähten mußte das soeben hereingebrachte, einhundertsechzig Gramm schwere, gesunde Organ mit Vene und Arterie sowie mit Harnleiter und Blase des Patienten verbunden werden. Knapp vier Stunden nach Einleitung der Narkose setzte ein Assistenzarzt die letzte Hautnaht der über fünfzig Zentimeter langen Operationswunde und der Patient wurde auf die Intensivstation gebracht.
Die erforderliche Entfernung der zweiten Niere würde zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden.

Jetzt hieß es abwarten. Es genügte nicht, daß heute fünfundneunzig Prozent der Patienten das erste Jahr nach dem Eingriff überlebten, das Organ mußte auch funktionieren. fünfzehn bis zwanzig Prozent der Organe von nicht verwandten Spendern würden die Arbeit nicht aufnehmen und nach einiger Zeit wieder entfernt werden, was für die Patienten besonders grausam und enttäuschend war. Im Falle von Heribert Aschenbach brachte die erste Funktionsprüfung an den folgenden Tagen überzeugende und ermutigende Ergebnisse.
Auch danach gelang es, mit einer Dauermedikation von Ciclosporin und niedrig dosierten Kortikosteroiden die Abstoßungsreaktion zu verhindern.
Heribert Aschenbach hatte Glück gehabt.
Und weiter gehts..
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