Frische Trüffel



„Hi Kameraden und Kamerätinnen, was rausgebracht?“
Herberger war baff. Nicht nur, daß die saloppe Begrüßung alle seine sorgfältig zurechtgelegten Worte innerhalb dieser einen Sekunde gegenstandlos werden ließ. Er wußte der knappen und höchst unbürokratischen Frage dieses offensichtlich auf Dauervollgas laufenden Ungetüms so schnell auch nichts entgegenzusetzen. Noch während er darüber nachdachte, wie er es möglichst klug anstellte, sich hier nicht von neuem von diesem Schnösel unterbuttern zu lassen und sich entsprechend neue Worte überlegte, wurde ihm schon wieder zuvorgekommen. Diesmal von Frau Schumacher, einer etwa vierzigjährigen Mitarbeiterin des LKA, die in ein paar Worten die vergangenen Aktivitäten der ressortübergreifenden Truppe in einer Übersicht darstellte. Herberger konstatierte, daß die Leitung dieses Meetings offensichtlich nicht bei ihm lag. Auch gut. Sollen doch diese vorlauten Aktivisten das Regiment führen. Er kam sich plötzlich alt, spießig, hausbacken und fehlplaziert vor. Sein dezent grauer Flanellanzug mit der kleinkarierten Krawatte unterstrich den Eindruck, den er selbst von sich hatte und trug damit keineswegs zur Wiederherstellung seines Wohlbefindens bei. Der Raum kam ihm überheizt vor und er verspürte Hitzewallungen wie eine Frau in den Wechseljahren. In diesem Moment hörte er Rambetzky wie aus weiter Ferne die nächste Frage formulieren.
Es geht an anderer Stelle weiter
 
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