Orangeroter Kammpilz Phlebia_radiata

Orangeroter Kammpilz Phlebia radiata

Geschichte der Mykologie



Wir setzen eine Menge Energie in die Kontrolle der Temperatur von Milchprodukten
und der Gesundheit des Landwirtes oder des Molkereibesitzers. Wir suchen nach Salmonellen in den Eiern und nach Bazillen in den Fleischtheken. Wir spüren in den Bäckereien Mäuse auf und fahnden nach Krabbeltieren in den Imbissbuden. Nur bei den Pilzen stehen wir auf verlorenem Posten:

Wildpilze kann jeder ohne jegliche Qualifikation in den Handel bringen
und keiner prüft vor dem Verkauf, ob sie essbar sind oder nicht. Pervers, nicht wahr? Du wirst sehen, was uns da noch an Komplikationen bevorsteht. Ich erzähle dir das ein anderes Mal ausführlich oder du wirst es automatisch im Verlauf der Ermittlung erfahren. Jetzt wollen wir mal keine Zeit verlieren. Komm erst mal mit in den Wellinger Hof.“ Das über die Landesgrenzen hinweg bekannte Nobelrestaurant empfing die beiden Beamten in Zivil mit einem gepflegten und gediegenen Ambiente. Der dicke Teppich im Eingangsbereich verschluckte ihre Schritte und augenblicklich umfing sie wärmendes Wohlbehagen. Die wissen, wie es geht, dachte Herberger im Stillen und bewunderte diese Art der Gastfreundlichkeit. Im Gastraum selbst waren die letzten Mittagsgäste am Speisen und augenscheinlich fühlten sie sich wohl und zufrieden. Über den Tischen und Stühlen aus hellem Erlenholz hing ein appetitanregender Bratenduft und ein Hauch von Kaffee und Kirschwasser. Den beiden Herren fiel gleichzeitig ein, daß sie seit heute morgen noch nichts gegessen hatten. Eine Empfangsdame war sofort zur Stelle und fragte die beiden nach ihren Wünschen. Am liebsten hätten sie einen Tisch reserviert und das große Tagesmenü bestellt. Aber sofort schloß sich der Gedanke an das verhängnisvolle Filetsteak des Patienten Aschenbach aus der Uni-Klinik an. „Wir würden gerne den Inhaber sprechen“ antwortete Holger Christoffel an Herberger´s statt. „Möchten Sie an einem der Tische Platz nehmen oder möchten Sie lieber hier auf ihn warten. Er wird sofort bei Ihnen sein.“
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