Pilzbücher von Ettore Bielli



Elvira Lehnert´s Stärke war eher das logische Denken.

Sie brachte Fakten knallhart auf den Punkt und verwickelte Gesetzesbrecher in Windeseile in Widersprüche. Haupenthal ging eher mit einfühlsamem Geschick vor. Eine Methode, die sich dann als erfolgversprechender erwies, wenn noch keine brauchbaren Fakten bekannt waren. Wenn man sozusagen im Nebel stocherte, wie es hier offensichtlich der Fall zu sein schien. „Ich würde Ihnen ja gern helfen, aber ich habe vom Marktgeschäft meines Mannes absolut keine Ahnung. Ich mache hier den Haushalt und das Büro. Das kann ich Ihnen gern zeigen, aber ich glaube, Sie kennen die Unterlagen ja schon.
„Danke, wir würden uns gern im Büro umschauen.“ Die Beamten hofften verwendbare Hinweise zu finden, eine Telefonnummer zum Beispiel, einen Zettel, eine Notiz, irgendetwas. Fehlanzeige. Die beiden Leute konnten ja nicht wissen, daß es ein Teil der Betriebsstrategie des Firmeninhabers war, niemals irgendwelche Informationen offen herumliegen zu lassen. Inoffizielle Telefonnummern, wie zum Beispiel die der Wald- und Wiesenlieferanten, hatte man sich zu merken. Wenn das nicht möglich war, dann wurde der Zettel an einem geheimen Platz aufbewahrt, den man wahrscheinlich nicht einmal bei einer Durchsuchung finden würde. Nicht daß Häubling vor einer Entdeckung durch die Behörden sicher sein wollte, da hatte er keine Bedenken und ein schlechtes Gewissen schon gar nicht. Es war ihm vielmehr daran gelegen, daß Unbefugte, wie die Putzfrau, aber auch die einfältigen Weiber im Haus, seine Einkaufsquellen nicht weitergeben könnten.
Wissentlich oder unwissentlich.
Nein, die Frau hatte wirklich keine Ahnung.
wird fortgesetzt
Pilzsuppe