Pilzbücher von  Fred Waldvogel

 

siehe auch die Bücher von Jakob Schlittler, dessen Ko-Autor Fred Waldvogel war.

Die Situation der Transplantationschirurgie


war insgesamt kaum als befriedigend zu bezeichnen: fünf Transplantationskandidaten steht höchstens ein Spender gegenüber. Und das vor dem Hintergrund, daß man mit den modernen Immunsupressiva eine durchschnittliche Überlebensrate von über neunzig Prozent nach den ersten Jahr aufzuweisen hatte.
Und gerade dieses Unfallopfer könnte eine Reihe von schweren Leiden lindern. Selbstverständlich hatte man die notwendigen Tests bereits gemacht. Mit der anschließenden Feststellung, daß es sich hier - abgesehen von seiner Jugend und seiner Gesundheit - um einen besonders gut geeigneten potentiellen Organspender handelte. Die Gewebeuntersuchungen lieferten hervorragende Ergebnisse. Die ermittelten Werte seiner Histokompatibilitätsantigene, um diesen zungenbrecherischen Fachbegriff zu gebrauchen, waren bereits in den Zentralcomputer eingespeist, um sie mit möglichen Empfängern im Hinblick auf optimale Übereinstimmung vergleichen zu können. Die Daten waren für alle einschlägigen Kliniken Europas jederzeit abrufbar.
Ein ausgeklügeltes System verhinderte, daß ein Empfänger nur das zweitbeste Organ erhielt.
Auch das logistische Problem wurde immer weiter verfeinert, so daß die Organe im lebendfrischen Zustand transplantiert könnten. Leider gab es da diesen Sperrvermerk. Was nicht ist, ist nicht.
Reinhold Burmeister hatte gelernt mit den begrenzenden Faktoren seines Berufes zu leben.
Tobias Gabriel würde als Hirntoter am Beatmungsgerät angeschlossen bleiben, bis es - gegebenenfalls mit Einverständnis seiner Eltern - abgeschaltet werden würde.
Mit jedem Tag, der ungenutzt ins Land ging, würde er als Organspender weniger geeignet sein.
Die Einwilligung zur Organentnahme
lag - zur freudigen Überraschung von Dr. Burmeister -
um elf Uhr des nächsten Tages vor.
Sie war von beiden Eltern unterschrieben.
Es geht an anderer Stelle weiter
Salat mit Rotbraunen Milchlingen

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