Pilzbücher von Juliet Frankland

 


In der Notaufnahme der Universitätsklinik
herrschte heute, am Sonntagabend um sieben Uhr, ungewöhnlich ruhiger Wochenendbetrieb.
Der junge und leistungswillige Bereitschaftsarzt Dr. Sascha Enderlein nutzte die Zeit zum Literaturstudium im Rahmen seiner Weiterbildung zum Facharzt für innere Krankheiten. Seine Bemühungen wurden vom Alarmpiepser grell unterbrochen. Sascha Enderlein hastete zum Aufnahmeraum, wo ein etwa vierzig Jahre alter Mann mit dem Rücken auf der Liege lag und die Hände in Taillenhöhe unter sich vergraben hatte. Er wirkte verkrampft, hatte starke Schmerzen in der Lendengegend und Schüttelfrost. Außerdem klagte er über starken Durst, Brennen und Trockenheit von Mund und Zunge. Erstaunlicherweise war er selbst mit dem PKW gekommen. Nun lag er da und stöhnte leise. Dr. Enderlein war ziemlich aufgeregt und hoffte, daß man ihm das nicht anmerken würde. Es war für ihn der fünfte eigenverantwortliche Bereitschaftsdienst in der Notaufnahme. Bisher hatte er nur Patienten mit offensichtlichen Verletzungen zu Gesicht bekommen. Zum Glück war noch keiner darunter gewesen, der ihn vor große Probleme gestellt hätte. Im Gegenteil, es waren bisher nur unkomplizierte Fälle und er genoß es, souverän Anweisungen zu erteilen.

Fortsetzung an anderer Stelle . Hier eine der Besprechungen des Romanes "Tödliche Pilze"




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