Pilzbücher von Julius Zellner (Chemie der Höheren Pilze, 1907)



Aber die Durststrecke von Werner Häubling währte nun schon seit Monaten

und die Kosten blieben nahezu die gleichen. Jemand, der immer nur an florierende Geschäfte gewöhnt war und niemals etwas anderes erfahren mußte, der hatte für solche extremen Härtefälle keine Vorsorge getroffen.
Sein Geld war angelegt. Gebunden in Gemälden und Diamanten, die sich als unverkäufliche Plagiate herausgestellt hatten. Sein Kontokorrentkonto, das noch im Mai einen satten Überschuß aufwies, schmolz zusammen wie Butter in der Sonne. Niemals wäre ihm eingefallen, zinslos eine größere Summe auf dem laufenden Konto stehen zu lassen. So hatte er natürlich ein Depot, in dem sich durchaus eine gewisse Geldsumme in Form von Wertpapieren und Festgeld befand. Aber da kam er im Moment nicht heran, weil Gericht und Finanzamt Sperrvermerke verfügt hatten. Zum anderen hatte sich die Höhe des Depots ohnehin nach seinen angegeben Umsätzen und Gewinnen gerichtet. Darauf hatte er immer penibel geachtet. Niemand sollte ihm an die Karre fahren können. Nicht wegen eines Depots, das üppiger war, als es nach seinem Einkommensteuerbescheid hätte sein dürfen.
Das Dumme war, daß sich auch die Höhe des Kontokorrentkredites nach seinem Einkommen richtete.
Als er nun notwendigerweise um eine Erhöhung nachsuchte, schüttelte der Bankdirektor schlicht den Kopf. 

Fortsetzung folgt - an anderer Stelle. Hier ein Hinweis für Eilige.

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