Pilzbücher von Gottfried Amann

 

„Herr Morgner, ich kann Ihnen nicht ersparen,
daß Ihr Lokal für die nächsten Tage geschlossen bleiben wird.
Ich möchte Sie außerdem bitten uns auf die Wache zu begleiten. In wenigen Minuten werden ein paar meiner Kollegen herkommen, um die Ursache für das Unglück zu ermitteln. Wer vom Personal ist denn noch im Haus und wer ist überhaupt hier beschäftigt?“ Claus Morgner antwortete mechanisch.
„Die Elvira Wilbers und die Hannelore Kleinbauer sind noch hier und machen gerade die Küche fertig.
In zwei Stunden kommen die drei Damen von der Spätschicht, zwei für die Küche und eine für den Service. Normalerweise sind sie in der Küche zu dritt, aber seit Frau Köst krank ist...“ bei diesen Worten stockte ihm für Sekunden die Sprache und es sah so aus, als würde er zu heulen anfangen. Er fing sich aber rasch wieder und fuhr fort: „seit Frau Köst krank war, sprang meine Frau in der Küche mit ein. Sonst ist die fürs Büro zuständig. Außerdem hilft bei Feierlichkeiten und bei geschlossenen Gesellschaften ein Koch und eine weitere Bedienung aus. Darüber hinaus gibt es noch eine Putzfrau, die jeden Morgen für zwei Stunden kommt. Außerdem die Empfangsdame, die auch für den Weinkeller zuständig ist. Sie ist vor ein paar Minuten gegangen.
Holger Christoffel, der sich die ganze Zeit Notizen gemacht hatte, fragte jetzt nach den Namen und Adressen aller Beschäftigten. Dann bat er darum die Küche und den Kühlraum inspizieren zu dürfen, was ihm erwartungsgemäß nicht verwehrt wurde. Im Kühlraum stellte er eine angebrochene Schale mit Pfifferlingen sicher. Weitere Pilze waren nicht vorhanden und dank der kooperativen Elvira Wilbers durfte auch davon ausgegangen werden, daß es hier nichts weiter zu entdecken gab.
Das nächste Häppchen der Tödlichen Pilze wartet schon anderer Stelle. nach Hause zum Tintling .




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