Pilzbücher von Jakob Eriksson



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Jakob Eriksson (1848 - 1931) war ein schwedischer Pflanzenphysiologe und Botaniker an der landwirtschaftlichen Akademie in Stockholm.
Er arbeitete über Rostpilze und Pflanzenkrankheiten. Sein Hauptwerk: Die Pilzkrankheiten der landwirtschaftlichen Kulturgewächse 1926.


Kapitel 8    19. Oktober 1998

Mit diesen höchst unbefriedigenden Erkenntnissen legte Reinhold Herberger den Stapel erst einmal zur Seite und ging zum Kollegen Rambetzky hinüber. Der saß oder besser: lungerte an seinem Schreibtisch und war ebenfalls mit der verheerenden Massenvergiftung beschäftigt. Als Herberger eintrat, sah er auf. „Ich habe schon an dich gedacht, verkündete er. Weißt du, daß wir Werner Häubling auf normalem Wege nicht zu fassen kriegen, wenn der nicht gesteht?“
„Ich fing an, es nach Durchsicht des Papierstapels auf meinem Schreibtisch zu befürchten und bin eigentlich zu dir gekommen, weil ich mir von dir hoffnungsvollere Erkenntnisse erwartete.“ Das ´Du´ ging dem traditionsgebundenen Herberger sichtlich schwer über die Lippen, aber er wollte sich auch nicht nachsagen lassen spießig zu sein. Also war man wohl per Du. Auch egal.
„Kannst du mir eigentlich sagen“ fragte er „wie du auf Häubling kommst?“
„Kann ich. Soweit ich das hier sehe, laufen alle Fäden zu ihm und kaum einer zu jemand anderem. Es gibt einen Daten- und Informationsaustausch zwischen deiner Abteilung und meiner und da ist dieser Schluß logisch und zwingend. Jedenfalls sieht es für mich so aus. Wir hatten ja selbst eigene Recherchen angestellt.“
„Welche zum Beispiel?“
„Zum Beispiel haben wir die vergifteten Pilzkonsumenten in den verschiedenen Kliniken nach der Herkunft der Pilze befragt. Wenn die Leute erst einmal den ungewöhnlichen Umstand begriffen hatten, daß dieser tödlich giftige Pilz eine Latenzzeit von bis zu zwei Wochen und noch mehr haben kann, konnten sie dann den Zusammenhang ihrer Erkrankung mit den konsumierten Pilzen etwas besser nachvollziehen. Befriedigend waren die Ergebnisse dennoch nicht. Ein paar von den Opfern haben den Stand gekannt oder würden ihn vielleicht wiedererkennen, zwei wußten das genaue Kaufdatum, einer den Preis und eine Frau kannte den Händler mit Namen.“ „Das ist doch schon was.“ „Leider längst nicht ausreichend, denn den Aussagen stehen auch gegensätzliche Informationen entgegen, die die Beweisführung enorm erschweren werden.“
„Wie ist denn der aktuelle Stand in den Krankenhäusern?“
„Von den vierundzwanzig Leuten, die derzeit in den Kliniken behandelt werden, sind über die Hälfte Anwärter auf eine Ersatzniere oder auf lebenslange Dialyse. Bei einigen anderen hat man die begründete Hoffnung,
daß sich die natürliche Funktion der Nieren mit medikamentöser und diätetischer Unterstützung im Laufe der Zeit wieder einstellen wird, wenigstens teilweise. Das wird aber viele qualvolle Monate lang dauern.“
„Klingt ja wirklich erschreckend“ meinte Herberger .
„Aber immerhin scheint die Todesfolge nicht der Regelfall zu sein.“
„Ja, das stimmt. Genaugenommen braucht bei akutem Nierenversagen heutzutage kaum noch jemand zu sterben, weil die Mediziner die Niereninsuffizienz inzwischen gut im Griff haben.
Aber glaub mir, es ist ein elendes Leben, was da übrig bleibt.“
Fortsetzung folgt auf einer der 130 Seiten
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