Pilzbücher von Michael W. Beug



Dieser wiederum - obwohl von der Nützlichkeit der Institution Ehe keineswegs überzeugt - heiratete Gundula mit allem Pomp und Gloria und setzte große Erwartungen in diese Ehe. Natürlich wollte er, daß Gundula mit auf den Markt fuhr, aber das erwies sich als nicht so ganz einfach. Zum einen war Gundula von zarter Gesundheit und überhaupt nicht robust genug, um einen Winter draußen auf dem Markt zu überstehen.
Zum anderen hatte sie absolut kein Verkaufstalent, was ihren frisch angetrauten Gatten logischerweise erheblich störte. Es brachte ihn sogar zur Weißglut. Schließlich hatte er ja nicht nur geheiratet, damit er nette Gesellschaft und eine verführerische Bettgefährtin hatte, sondern auch und sogar in erster Linie deshalb, weil er hoffte, daß er mit Hilfe einer Ehefrau schneller vorwärts kam, als er dies alleine hätte bewerkstelligen können.  Über Sinn und Geborgenheit einer intakten Familie hatte er indes nicht nachgedacht, hatte er derartiges doch selbst niemals erfahren.
Für die rauhe Arbeit auf dem Markt war Gundula allerdings denkbar ungeeignet.
Er hätte vorher eben wählerischer sein sollen, sagte er sich immer wieder, wenn sie einer Kundin gegenüber die erforderliche Verkaufsaggressivität vermissen ließ. Natürlich wollte er sich und seiner jungen Frau nicht die Blöße geben und sie vor den anderen Angestellten zusammenzustauchen. Das „hopp hopp hopp“ und das „tout de suite“ galt daher selbstverständlich niemals ihr. Es hätte ihre Autorität untergraben, die der seinen im Zweifelsfall gleichzusetzen war.

Fortsetzung folgt, an einer anderen Stelle. Nach Hause zum TintlingInhalt des Tintling .