Trüffel-Creme und Trüffelbutter



„Du wirst es schon schaffen“ fuhr Sournois unbeirrt fort „ich bin sicher.
Und weil ich dir etwas Gutes tun will, habe ich dir aus den Wäldern bei Fontainebleau etwas mitgebracht. Betrachte es als Starthilfe zum Einstieg in die Neue Welt. Ich biete es dir aber nicht zum Kauf an, sondern ich will es dir schenken.“ Mit diesen Worten nestelte Sournois mühsam seinen Rucksack vom Buckel und packte ein flaches, etwa zigarrenkistengroßes, allseits verschlossenes, geflochtenes Spankästchen aus. Er stellte es zwischen sich und seinen Gesprächspartner in die Mitte des Tisches. Sournois beugte sich ein wenig vor, als er das Kästchen liebevoll umfaßte und festhielt. Er sah Häubling fest und eindringlich in die Augen. Die signalisierten ihm, daß auch sein Gegenüber von einer gewissen Neugierde gepackt war. Der Atem der beiden ungleichen Männer vermischte sich, so gering war der Abstand zwischen den beiden inzwischen. Endlich hob er den Deckel des Behältnisses ab und Häubling wollte seinen Augen nicht trauen:

Frische Pfifferlinge.

Vielleicht hundert oder hundertfünfzig Gramm. Auf einen Schlag waren alle Erinnerungen wieder da. Es war nicht zu leugnen, daß Häubling den ursprünglichen Anlaß für seine derzeitige Misere für den Moment völlig vergessen oder zumindest verdrängt hatte. Es ist oftmals im Leben so, daß über dem vielen kleinen Trabbel die auslösende Ursache gar nicht mehr zu erkennen ist.

Das nächste Kapitel der Tödlichen Pilze gibt es an anderer Stelle.

 
 
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