Trüffel - Geschenksets, Probiersets und Präsentkörbe


 
 
Gundula hielt im Nebenzimmer den Atem an.
Sie konnte sich gut vorstellen, wie er mit sorgenumwölkter Stirn, wie sie für die Inspektion in Krisenzeiten typisch war, den Zeitwert der im Tresor lagernden Wertgegenstände veranschlagte. Er würde sich bettelarm, ja sogar pleite fühlen. So war es jedenfalls für Situationen wie diese typisch, wohingegen er in guter Stimmung genüßlich die geschliffenen Steine durch die Hände rieseln ließ und dabei vermutlich mehr Lust empfand als beim leidenschaftlichsten Geschlechtsverkehr in ihrem ersten Ehejahr. Sie dachte spöttisch daran, daß selbst Viagra nicht würde bewerkstelligen können, was die durch seine kruden Tatzen kullernden Diamanten zu erzeugen vermochten. Aber heute war ja nicht Wohlbehagen, sondern Finanzpanik der Motor seiner Handlungen. Er würde seine Habschaft heute also nicht lustvoll, sondern kritisch abschätzend sichten. Wenigstens war der Rundgang durch die Gemäldegalerie ohne besondere Vorkommnisse abgelaufen. Sie hätte ihm den Brief erst morgen hinlegen sollen, fiel ihr siedendheiß ein. Es hatte ihr zugegeben ein diebisches Vergnügen bereitet, ihm den Brief sofort und zuoberst auf den Schreibtisch zu legen. Sie kannte ihn ja, seine Reaktionen, seine Ängste. Jetzt schalt sie sich ob dieser kurzsichtigen Undiszipliniertheit. Sie hatte für dieses kleine Vergnügen, ihren Gatten in Panik zu erleben, einen hohen Preis zu zahlen. Den Preis ihrer eigenen Angst und die war nur allzu begründet. Kalte Schweißperlen standen ihr im blassen Gesicht und die Spannung war kaum zu ertragen. Sie erschrak zu Tode, als ihr Mann jetzt mit herrischer Stimme nach ihr rief.
Er hat alles entdeckt. Es ist aus.

Fortsetzung folgt - an anderer Stelle. Hier ein Hinweis für Eilige.