Espen-Rotkappe Leccinum_albostipatum

Die Espen-Rotkappe  Leccinum albostipitatum wurde von Hanns Kreisel beschrieben.

Pilzbücher von Hanns Kreisel

 

Das neueste Werk von Hanns Kreisel ist das Buch "Ethnomykologie" (ganz links).
Beachten Sie dazu bitte die ausführliche Besprechung von Heinrich Dörfelt in Tintling 3/2014.
Gelegentlich wird das Buch bei Amazon für einige wenige Cent angeboten. Zumindest bei den drei Exemplaren, die ich für unter 1 Euro erstanden hatte, ist der Umschlag falsch herum angeheftet.  Der Inhalt selbst war dadurch aber nicht gemindert und die vier Exemplare waren neu oder neuwertig. Der Händler (meistens "Medimops") gab diesen Mangel in seinen Beschreibungen bisher nicht explizit an; er bezeichnete das Pilzbuch lediglich als "akzeptabel".

Ehrentaxa, die zu Gunsten von Hanns Kreisel benannt wurden:
Kreiseliella Braun 1991
Meliola kreiseliana Schmied 1989
Passalora kreiseliana U. Braun & Crous 2002 eine Anamorphe von Mycosphaerella
Chrysosporium kreiselii Dominik 1965, die Anamorphe einer Art der Onygenaceae
Peziza kreiselii G. Hirsch 1992, ein Becherling
Puccinia kreiselii M. Scholler 1996, ein Postpilz
Tulostoma kreiselii G. Moreno, E. Horak & Altés 2002, ein Stielbovist

Pilze, die von Hanns Kreisel beschrieben oder umkombiniert wurden und die im Online-Pilzbuch stehen:
Leccinum rufum . Espen-Rotkappe, heute Leccinum albostipitatum
Vascellum pratense . Wiesen-Stäubling, Abgeflachter Stäubling, heute Lycoperdon pratense

Sinn und Unsinn von Literaturbesprechungen


von Prof. Dr. Hanns Kreisel, 17498 Potthagen, aus Tintling 20 (Ausgabe 2/2000

Der unlängst entbrannte Streit um die Bewertung des voluminösen Werkes von Heinrich Dörfelt und Heike Heklau „Die Geschichte der Mykologie“, Schwäbisch Gmünd 1998 - man vergleiche dazu Z. Mykol. 64: 235-237, 1998 und 65: 101, 1999; Tintling 3 (3): 29, 1998 und 4 (4): 36-37, 1999; Südwestdeutsche Pilzrundschau 35: 64, 1999 und Boletus 23: 67-68, 1999 - veranlaßt mich, einige Gedanken und Erfahrungen zum Thema „Literaturbesprechungen“ darzulegen.
Extreme Meinungsäußerungen in Literaturberichten sind ja nicht neu in der Mykologie. Es sei nur an die ungewöhnlich umfangreiche Kritik von Ingo Nuss und Hermann Jahn in Westfäl. Pilzbriefe 10/11 (8a): 260-271 und 280-286 (1983) an einem Buch von Walter Jülich erinnert. Da fällt mir aber auch eine Formulierung ein, die ich einmal in der englischen Literatur fand: „Sein Werk wurde leidenschaftlich kritisiert - ein Zeichen, daß es wirklich neue Gedanken enthielt“. Ist das nicht herrlich gesagt?
Wie kommt eigentlich eine Literaturbesprechung zustande?
Bei der Erarbeitung eines neuen Werkes (oder einer neuen Bearbeitung) wird schon im Verlagsvertrag festgelegt, daß der Verleger eine bestimmte Anzahl von Freiexemplaren zur Verfügung stellt, die an Fachzeitschriften oder auch Zeitungen, oder direkt an bestimmte Fachleute, versandt werden, damit diese eine Besprechung publizieren. Gut renommierte Verlage erarbeiten die Liste der Empfänger gemeinsam mit dem Verfasser bzw. Herausgeber und versenden die Bücher nach Erscheinen so schnell wie möglich. Denn wer sich ein Werk schon gekauft hat, wird selten die Mühe auf sich nehmen, dieses dann auch noch zu besprechen. Wer aber ein Besprechungsexemplar annimmt, übernimmt damit die Verpflichtung, dieses objektiv zu beurteilen.
Die Redaktionen seriöser Zeitschriften haben hinreichend Erfahrung und wählen die Rezensenten entsprechend aus. Die Buchbesprechung verfolgt drei Ziele.

1. Für den Verleger dient sie dazu, ein neu erschienenes Werk bekannt zu machen,

Interesse zu wecken und natürlich den Absatz zu fördern.
2. Dem Verfasser bzw. Herausgeber bringt sie eine Bewertung seiner Leistung, womöglich ein öffentliches Lob, aber auch Kritik und Hinweise für die Gestaltung eventueller künftiger Auflagen. Kritik darf nicht mit Polemik verwechselt werden. Kritik ist wichtig, ja unabdingbar für die weitere wissenschaftliche Entwicklung; sie gehört einfach zum wissenschaftlichen Stil unserer Zeit. Polemik hingegen wirkt persönlichkeitsverletzend, beleidigend und entmutigend, hat also ihren subjektiven Charakter und gehört somit nicht in eine seriöse Buchbesprechung. Kritik kann Neugier und Interesse erwecken, Polemik wirkt abstoßend, auch wenn ihr Urheber sie vielleicht für besonders witzig und geistreich hält. Wie leicht kann dann der Eindruck entstehen, daß hier eine persönliche Fehde ausgetragen wird!
3. Dem Leser soll eine Buchbesprechung Information bringen, einerseits über den Inhalt, Aufbau und Innovationsgehalt des betreffenden Werkes, andererseits über die beim Käufer vorausgesetzten Vorkenntnisse, überhaupt über den Interessentenkreis. Gerade in der Gegenwart mit ihrer Flut von (oftmals kostspieligen) mykologischen Neuerscheinungen steht der Pilzfreund ständig vor der Frage: Lohnt sich die Anschaffung, wird sie mir weiterhelfen? Entspricht der Inhalt den Erwartungen, die ein - mitunter vom Verleger reißerisch gestalteter - Titel bzw. Werbetext erweckt? Wie oft mußte ich schon lesen, daß ein Büchlein von 150 Seiten „alles“ über die Pilze enthält! Letztendlich muß natürlich jeder Käufer aufgrund der ihm vorliegenden Informationen sich selbst entscheiden; er darf nicht mit herabwürdigenden Sätzen beeinflußt und entmündigt werden. Übrigens kann es hundert Gründe geben, auch ein als unvollkommen und fehlerhaft bekanntes Buch dennoch anzuschaffen, denn Pilzfreunde sind bekanntlich Sammler, und auch imperfekte Pilze sind eben doch Pilze.
Eine gute Buchbesprechung, die allen diesen Postulaten gerecht wird, ist eine Kunst, die nicht von jedem beherrscht wird. Wie viele Rezensenten machen es sich allzu einfach und geben nur die Werbetexte des Verlages oder ein paar Zeilen aus dem Vorwort wieder und, schwupp, haben sie ein Buch mehr im Regal. Oder sie zählen die Druckfehler auf, von denen ja kaum ein Werk frei ist.
Als jangjähriger Herausgeber und Verfasser von Pilzbüchern kann ich ein Liedchen davon singen...
Nota bene: Auch ich habe mir die „Geschichte der Mykologie“ angeschafft und benutze sie häufig!



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